Unter
Kennern werden seltene und alte Weine gerne als Weinraritäten bezeichnet. Viele
Menschen glauben, dass Weine mit zunehmendem Alter besser und teurer werden,
dies ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Eine Wertsteigerung ist nämlich
nur dann gegeben, wenn sich die Flasche in einem einwandfreien Zustand befindet
und eine beeindruckende Geschichte dahintersteckt.
Ein gutes
Beispiel für einen seltenen Rotwein, der wahrscheinlich schon lange seinen
guten Geschmack verloren hat, ist der „Château Mouton-Rothschild“ aus dem Jahr
1945, der vor einigen Jahren für 28.750 Dollar pro Flasche bei einer
Weinauktion versteigert wurde. Doch warum bezahlt man so viel Geld für einen
Wein, der eigentlich überhaupt nicht mehr geniessbar ist? Das Geheimnis liegt
in diesem Fall im Etikett, auf welchem die französischen Worte „1945, année de
la victoire“ zu lesen sind. Mit diesem Wein feierten also die Franzosen am Ende
des zweiten Weltkriegs ihren Sieg über Deutschland.
Trotzdem
gibt es auch alte Weine, die mit dem Alter keinesfalls schlechter oder gar
ungeniessbar werden. Das beste Beispiel hierfür ist die Kategorie der
Süssweine, die sich aufgrund des hohen Zuckeranteils über Jahre halten. Für
73‘000 Franken kann man beispielsweise den berühmten Wein Château d’Yquem von 1811
erwerben, der von Weinexperten hoch angepriesen wird.

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