Neulich
hatte ich die Gelegenheit, einige schöne Tage in Dänemarks Hauptstadt
Kopenhagen zu verbringen. Vieles hätte ich dort erwartet, aber nicht die
Rebstöcke in der Vorstadt, keine zehn Kilometer vom Zentrum entfernt. Daraufhin
habe ich mich natürlich etwas schlau gemacht, was es mit dem Weinbau in
Dänemark eigentlich so auf sich hat.Das Land ist schon seit langer Zeit dafür bekannt, dass dort Wein konsumiert wird. Einer der bekanntesten dänischen Weinliebhaber war beispielsweise schon König Christian IV., der zu seinen Lebzeiten von 1577-1648 fassweise Wein vom Mittelrhein importieren liess, um seine Gäste zu verköstigen. Heute könnte er auf seinen Festen Weine aus seinem eigenen Königreich anbieten, denn seit dem 01. August 2000 ist Dänemark offiziell von der EU als Weinbaugebiet anerkannt. Somit darf der dänische Wein zu kommerziellen Zwecken angebaut und verkauft werden. Die meisten der knapp ein Dutzend Weingüter befinden sich im Umland von Kopenhagen, wo beliebte Rebsorten mit etwas gewöhnungsbedürftigen Namen wachsen – beispielsweise der rote „Rondo“ oder der „Bolero“. Welche Rebsorten dem nordischen Klima standhalten wurde von dem Dansk VinCenter von 1992-1999 in aufwändigen Verfahren getestet, weshalb das VinCenter auch als Schrittmacher im dänischen Weinbau gilt.
Das
bedeutendste alkoholische Getränk Dänemarks bleibt aber nach wie vor der
Aquavit, welcher aus Kartoffeln oder Getreide gebrannt wird und die geschützte
Herkunftsbezeichnung „Danske“ trägt.
